Eigenschaften des Torf

Die im Handwebatelier von Maja Brunold hergestellten Sitzmatten, Wolldecken, Bettunterlagen und Kleiderstoffe werden aus Torffasern kombiniert mit Wolle und z.T Seide hergestellt. Sitzmatten und Wolldecken haben eine pflanzengefärbte Wollkette und einen Torffaserschuss. Die Kleiderstoffe eignen sich vorallem für Westen und Jacken, da sie unterschiedliche Seiten aufweisen. Eine Seite besteht aus Torfwolle (beige oder braun) und wird meistens nach innen getragen. Die andere Seite ist je nach Wunsch der Kundin/des Kunden aus farbiger Seide, Mohair oder feiner Wolle gewebt.

Torffasern sind leicht, luftig und wirken wärmend. Dies lässt sich durch die zahlreichen im Mikroskop sichtbaren Hohlräume der Fasern erklären. Die hohe spezifische Wärme macht man sich seit langem schon bei der Heilbehandlung rheumatisch-sklerotischer Erkrankunen zu Nutze (Moorbäder). Die Fähigkeit Wärme zu speichern, ist vorwiegend dem hohen Anteil der in den Fasern vorhandenen Huminstoffe zuzuschreiben. Torf wirkt antiseptisch. Seit jeher wird er in der Viehwirtschaft des Nordens als Einstreu verwendet. Früher wurde Torf als Bettunterlage für Kleinkinder gebraucht. Dabei schätzte man nicht nur seine grosse Saugfähigkeit, sondern auch die Milderung von Geruchsbelästigungen.


Geschichte des Torf

Am Ende der letzten Eiszeit entstanden ausgedehnte Torfmoore. Nachdem Plinius im 1. Jh. n.Chr. von Torf berichtet hatte, haben die ums Jahr 1000 sich rasch ausbreitenden Zisterziensermönche systematisch die mitteleuropäischen Moorlandschaften erschlossen und besiedelt. Der dabei anfallende Torf wurde zu isolierendem Füll- und Dämmaterial im Häuserbau, sowie als Brennstoff und Badezusatz verwendet. Am Ende des 19.Jh. untersuchte man erstmals auch den faserigen Anteil des Torfes im Hinblick auf seine Eignung als Textilfaser. Dabei zeigte sich, dass die Fasern zuerst veredelt werden müssen, um als Textilfaser verarbeitet werden zu können. 1898 wurden anlässlich einer Ausstellung in Wien Hüte, Boden- und Wandteppiche, Decken, Dekorationsstoffe und Plattenziegel der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese sogenannte Torfwolle war aber recht spröde. Eine Weiterentwicklung durch Säuren- und Laugenbehandlungen machte sie geschmeidiger. Mit Wolle oder Baumwolle versponnen, erhielt man eine Alternative zur reinen Wolle, die v.a. während des 1.Weltkrieges nicht mehr in ausreichendem Masse vorhanden war. Aus Torffaserwolle stellte man damals in erster Linie Pferdedecken und Mäntel her. Ab 1920 hat Rudolf Steiner Ideen zur Veredelung von Torffasern entwickelt. Seine Initiative wurde nach seinem Tod im Jahre 1925 nicht mehr weiterverfolgt. Erst in den 70er Jahren erwachte das Interesse am Torf neu. Es war die Zeit des aufkeimenden Bewusstseins für Umweltfragen, Strahlengefahren u.ä.